Familienhobby in Ost und west:

Der Bernstein

 

Das rekonstruierte Bernsteinzimmer

Am 31. Mai 2003 war es nun soweit: in Anwesenheit von Gerhard Schröder und Vladimir Putin wurde das rekonstruierte Bernsteinzimmer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Großer Verdienst kommt der Ruhrgas AG als Kultursponsor zu.

 

 Das Original

1701 vergab König Friedrich I. einen Auftrag über 30 000 Reichstaler, eine Wandverkleidung für das Schloss Charlottenburg herzustellen: das „Bernsteinzimmer“. Eingebaut wurde es im Kabinett des Berliner Stadtschlosses. Der Sohn und Nachfolger Friedrichs I, Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“ schenkte das Bernsteinzimmer 1716 dem Zaren Peter I. So kam es nach Russland. 

In St. Petersburg wurde es im alten Winterpalast eingerichtet, bevor es 1755 nach Zarskoje Selo in einen Saal des Katharinenpalastes  kam. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Vertäfelung nach der Besetzung Puschkins durch deutsche Truppen in das Königsberger Schloss gebracht und dort ausgestellt. Vor Ende des Krieges verpackte man es erneut und lagerte es in den Kellern des Schlosses ein. Seitdem ist das Bernsteinzimmer, das „achte Weltwunder“ verschollen.

Als einzig noch vorhandenes Stück aus den Wandtäfelungen gilt, neben kleinen Bernsteinbruchstücken, das von italienischen Künstlern erstellte „Florentinische Mosaik mit Allegorie des Tast- und Geruchssinns“ des Kupferstechers Giuseppe Zocchi aus dem Jahr 1751. Das Bild wurde auf dem Transport nach Königsberg 1941 gestohlen. 1997 tauchte das Bild auf dem deutschen Kunstmarkt wieder auf und wurde zusammen mit einer ebenfalls aus dem Bernsteinzimmer stammenden Kommode am 29. April 2000 von dem ehemaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann dem russischen Präsidenten Wladimir Putin übergeben.

Die 55 Quadratmeter große Wandpaneele bleibt verschollen, aber die Suche geht weiter. An über Hundert verschiedenen Orten wurde nach dem legendären Bernsteinzimmer gesucht. In der Ostsee versunken? In Weimar vergraben? ImSalzstock gelagert? Oder doch verbrannt?

Das „Hamburger Abendblatt“  berichtete unter dem Titel „Tunnel zum Bernsteinzimmer?“ am 25.10.2000 über eine neue Suche in einem Stollen an der deutsch-tschechischen Grenze:

„....Seit gestern graben sie wieder. An der deutsch-tschechischen Grenze wollen zwei Männer einen Tunnel zu dem in 27 Kisten verpackten Kunstschatz ausheben: der Deutsch-Amerikaner Helmut Gaensel (66) und Heinz-Peter Haustein, Bürgermeister von Deutschneudorf.... Gaensel, im sächsischen Schmiedeberg geboren, sammelte in seiner Wahlheimat Miami (USA) 180 000 Mark für seinen ehrgeizigen Plan, durch den stillgelegten Nicolai-Stollen bei Hora Svate Kateriny (Deutsch-Katharinenberg) die Spur des verschollenen Kleinods zu finden. Haustein buddelt sich von der deutschen Seite aus durch den 50 Meter entfernten Fortuna-Erbstollen.....Nachforschungen ergaben, dass sich Bewohner des 800-Seelen-Ortes daran erinnern, das ein SS-Standartenführer namens Albert Popp am 16. April 1945 hier auftauchte, später ein Stasi-Oberst Hans Seuffert aus Berlin und sogar CIA, tschechischer Geheimdienst und BND nach dem Bernsteinzimmer fragten...“

Ob nun im April oder Mai 1945 der Schatz hier vergraben wurde?

Bereits 1979 beschloss der Ministerrat der Russischen Republik, das Bernsteinzimmer nacharbeiten zu lassen. Seitdem mühen sich russische Meister um eine Rekonstruktion. Dafür stehen ihnen ein Farbbild sowie 86 unscharfe Schwarz-weiß-Detailaufnahmen zur Verfügung.

Nach über 20 Jahren soll gut  40 Prozent des Projektes abgeschlossen sein. Vom 2. Dezember 1999 bis zum 31. Januar 2000 präsentierte die Karstadt AG in Hamburg/Mönckebergstraße die Ausstellung „Der Mythos `Bernsteinzimmer`“ mit Nachbildungen von 4 Mosaikbildern und Exponaten wie z. B. eine Büste des Zaren Peter des Großen.

Seit 1999 besitzt das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten eine Nachbildung eines besonders schönen Paneelteils im Maßstab 1:1,5. Es zeigt den brandenburgisch-preußischen Wappenadler mit den Insignien König Friedrich I.

Die Suche nach dem Original-Bernsteinzimmer bleibt. Wer mir dazu etwas mitteilen möchte, wird herzlich gebeten, die Feedback-Seite zu nutzen.

Winsen, 16.06.2013

 

 

Buchtipps:

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"Das Bernsteinzimmer" von Guido Knopp

ISBN: 3-455-09396-5
 
"Das Geheimnis des Bernsteinzimmers" von Heinz Schön
ISBN: 3-613-50401-4
 
"DAS BERNSTEINZIMMER"
Ein Wunder kehrt zurück (DUMONT monte Verlag)
ISBN: 3-8320-8825-3      
 
"MYTHOS Bernsteinzimmer" 
von Maurice Philip Remy
ISBN: 3-471-78579-5